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Themen | Grünler, Jutta | 17.03.2020

Besichtigung Projekt SuedLink GroƟgartach

Auf Einladung der Freien Wähler Lauffen starteten die Fahrgemeinschaften am Samstag dem 7.3.2020 um 13:30 Uhr vom Parkplatz Hagdol zum 11 km entfernten Umspannwerk in Leingarten-Großgartach. Im Foyer des dort seit 2019 bestehenden Informationszentrums eröffnete Stadtrat Jürgen Reiner die Veranstaltung und Julia Krieg von TRANSNET BW begrüßte die Teilnehmer. Als Bürgerreferentin der SuedLink Projektkommunikation freue sie sich über das Interesse. Offenheit und Transparenz im Dialog mit den Bürgern sei ein großes Anliegen. Dies wird im Informationszentrum vom Gebäudedesign, den präsentierten Informationen und den zur Mitnahme bereitliegenden Infomappen unterstützt.

Ziel des Erdkabelvorhabens SuedLink sei die Bereitstellung einer Infrastruktur zur Integration an der Nordsee gewonnener erneuerbarer Energie in das Stromnetz zur Lenkung von Wind- und Wasserkraft in den stark stromverbrauchenden Süden Deutschlands. Auch in Baden-Württemberg ist der Energieverbrauch höher als die Erzeugung. Geplant ist ein 700 km langer teils gemeinsam geführter Erdkabelkorridor von den Startpunkten Brunsbüttel und Wilster (bei der Mündung des Nord-Ostsee-Kanals in die Elbe) bis zu den Endpunkten Großgartach (bei Heilbronn) und Bergrheinfeld (Unterfranken). Mittels Höchstspannungsübertragung sollen 10 Millionen Haushalte versorgt werden.

Basis ist der „Netzentwicklungsplan“. Der Energiebedarf der nächsten 10 Jahre wird ermittelt und alle 2 Jahre aktualisiert. Die 3-stufigen Maßnahmen sind Netzoptimierung, Netzverstärkung und Netzausbau. Im Falle von SuedLink schließt sich ein 2-stufiges Genehmigungsverfahren an. Die „Bundesfachplanung“ ermittelt zunächst den 1.000 Meter breiten Erdkabelkorridor. In der folgenden „Planfeststellung“ wird der konkrete, grundstücksgenaue Verlauf geprüft. Zur Erstellung von Bodenschutzkonzepten finden „Bodendialoge“ mit Landwirten und Verbänden statt. SuedLink_2020_Collage

Zur aktiven Bauphase gehören im Falle von SuedLink einerseits die Erstellung der Trasse sowie am Endpunkt Großgartach ein für den Konverter vorbereitender Umbau des Umspannwerks. Die Trassenvorbereitung dient zunächst der Sondierung auf mögliche geologische oder Kriegsmittelfunde. Es folgen Grabenaushub und Kabelverlegung mit Vermuffung der Kabelabschnitte. Ziel der fertiggestellten Trasse ist ein renaturierter Landschaftsstreifen. Ab Kochendorf sei zur weiteren Landschaftsschonung auch eine Bergwerksvariante mit Nutzung vorhandener Stollen im Gespräch. Der aktuelle SuedLink Zeitplan geht von einem Entscheid der Bundesnetzagentur über den Korridor im Sommer 2020 aus. Der Planfeststellungsbeschluss wird 2021 erwartet und die Bauphase soll von 2022 bis 2026 dauern.

Nach diesen detailreichen und sehr interessanten Einblicken schlossen sich diverse Fragen u.a. zu den geplanten Entschädigungen, der Kabeltechnologie und der Erreichung einer stabilen Netzfrequenz von 50 Hz an. Frau Krieg antwortete sehr bereitwillig und verwies zudem auf den angebotenen Dialog. Nach Erfrischung mit bereitgestellten Getränken schloss ein Rundgang durch die Ausstellung die Veranstaltung ab. Nach Zwischenstopp mit Austausch in einem Nordheimer Café erreichten alle wieder den Ausgangspunkt. Vielen Dank an Jürgen Reiner für die Organisation dieser sehr interessanten Exkursion.